Der Betonbohrer und Rhein-Zeitung; 2006

Brückenabbruch im Wiedtal

Brücke im Wiedbachtal bei Oberlahr aufwändig generalsaniert

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Die unter Denkmal stehende bereits in den Fünfziger Jahren erweiterte und dabei mit einer neuen breiteren Betonfahrbahn sowie neuen Seitenkappen versehene Raiffeisenbrücke bei Oberlahr/ Wiedtal sollte im Rahmen einer Sanierungsmassnahme erneut für den Schwerlastverkehr saniert und stabilisiert werden, wobei auch das historische Aussehen der Brücke wiederhergestellt werden sollte. Die Fa. Hermann Schützeichel aus Strassenhaus/Westerwald erhielt im Rahmen der Baumassnahme den Auftrag, Teile der Betonüberzüge und der beiden Brückenkappen abzubrechen.

Mit Rücksicht auf die verbleibende Bausubstanz kamen bei der Abbruchmassnahme nur er-schütterungsfreie Verfahren zum Einsatz. Dem Auftraggeber waren die beim Seilsägeverfahren möglicherweise durch das Verlaufen des Diamantseils entstehenden Höhendifferenzen auf den horizontalen Schnittflächen zu gross und so sollten die Horizontalschnitte als Bündigschnitte im Wandsägeverfahren ausgeführt werden, um mögliche Höhenunterschiede zu minimieren.

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Da sich jedoch die notwendigen Horizontalschnitte mit etwa 1,35 Meter Schnitttiefe aus techni-schen Gründen nicht mit einer Diamanttrennscheibe in einem Zug herstellen lassen, wurden vor-bereitend für den Abbruch zuerst die beiden 26 Meter langen Betonüberzüge mittig in Längs-richtung etwa 95cm vertikal eingeschnitten. Durch diese Vorgehensweise wurde ein partielles horizontales Abtrennen an der Basis mit einem Blattdurchmesser bis 1600 mm möglich, da die Schnitttiefe jetzt weniger als 70cm betrug.

Um die vier je 40 Tonnen schweren Betonteile in transportable Stücke zu zerkleinern, brachten die Schützeichel-Monteure an der Basis quer zur Längsrichtung etwa alle drei Meter horizontale Seildurchführlöcher ein und führten an diesen Stellen zusätzlich vertikale Teilungsschnitte mit dem Diamantseil durch. Anschliessend wurden die einzelnen jetzt viereinhalb Tonnen schweren Betonteile mit einem Bagger von der Brücke weggehoben und zur Entsorgung abtransportiert.

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Der Abbruch der noch verbleibenden vier etwa drei Tonnen schweren Ecken der Flügelwände erfolgte durch jweils vier vertikale 1,50 Meter tiefe Perforationsbohrungen ? 200mm und anschliessendes Abpressen mit einer 450 To- Presse vom Bestand.

Zum Einsatz kamen bei der Abbruchmassnahme eine Schützeichel- Wandsägen mit 30-kW An-triebsleistung sowie eine Plattner- Seilsägemaschine. Erwartungsgemäss war der zu schneidende Brückenbeton relativ abrasiv und liess eine überdurchschnittliche Schnittgeschwindigkeit zu. Einer der beiden Betonüberzüge war jedoch sehr stark bewehrt, bremste die Schnittgeschwind-igkeit stark ein und machte den Einsatz von Trennscheiben mit hoher Diamantqualität notwen-dig, um eine zufriedenstellende Schnittgeschwindigkeit zu erreichen und den Terminplan zu halten.

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"Die auszuführenden Schneidearbeiten an der Wiedbachtalbrücke waren Routinearbeiten. Je-doch ist bei solchen Arbeiten das rechtzeitige und sorgfältige Abkeilen der Horizontalschnitte die unbedingte Voraussetzung, um unnötige Zeitverluste und zusätzliche Kosten durch einge-klemmte Trennscheiben zu vermeiden oder gar teure Sägeblattverluste zu riskieren", so Klaus Schützeichel Geschäftsführer der Fa. Hermann Schützeichel.

Bei der Abbruchmassnahme wurden nahezu 125 mē Sägeschnitte und 24 Meter Kernbohrungen innerhalb von 8 Arbeitstagen ausgeführt und der Zeitaufwand blieb erfreulicherweise innerhalb des vom Auftraggeber vorgegebenen Terminplans.

Bildnachweis: Rhein-Zeitung, Koblenz.


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