Allgemeine Bauzeitung; 2009

Maßnahme zur Kanalerneuerung

Präzisionskernbohrung in Schachtbauwerk eingebracht

Köln (ABZ). - In Köln haben Mitarbeiter der Firma Schützeichel, Straßenhaus, eine Präzisionskernbohrung mit einem Durchmesser von 1200 mm erfolgreich in ein Schachtbauwerk eingebracht.

Bild 1

Innerhalb einer Maßnahme zur Kanalerneuerung sollte ein vertikaler Rundschacht an ein vorhandenes, horizontal verlegtes Kanalrohr DN 3000 mit Eiprofil angeschlossen werden.

Um eine möglichst passgenaue Anbindung zu erreichen, war eine vertikale Kernbohrung Ø1200 mm mit einer Bohrtiefe von fast 3 Metern notwendig.

Diese Bohrung konnte nicht mittig von oben auf dem Rohrscheitelpunkt angesetzt werden, sondern der Auftraggeber verlangte ein zu diesem Punkt seitlich versetztes Einbringen der Kernbohrung, so dass der spätere Übergang von der entstehenden Bohrlochwand zum Kanalrohrinneren ohne Versatz war. Da wegen diese Vorgabe nicht genügend Aufstandsfläche für die Eigenbau-Großlochkernbohrmaschine DRILL 1200 auf dem Eiprofil vorhanden war, stellte sich die Hermann Schützeichel eine Hilfskonstruktion her, auf der die Maschine befestigt und eingerichtet wurde.

Das exakte Ausmessen des Bohrpunktes und genaue Einrichten der Kernbohrmaschine waren Voraussetzung für die Passgenauigkeit und somit das Gelingen der Kernbohrung. Deshalb wurden nach dem Einrichten der Maschine erneut Bohrlage und Bohrrichtung überprüft, bevor die Facharbeiter des Unternehmens mit ihrer eigentlichen Arbeit, dem Herstellen der Kernbohrung beginnen konnten.

Das Anfahren einer Diamantbohrkrone mit Durchmesser 1200 mm erfordert generell Vorsicht und viel Gefühl. Bei dieser Kernbohrung kam erschwerend hinzu, dass die Bohrkrone zu Beginn nur an einem Punkt in das zu bohrende Material eintrat und erst nach und nach mit dem ganzen Radius in Eingriff kam. Ein Zuviel an Vorschub hätte unweigerlich ein Verlaufen der Bohrung zur Folge gehabt. Zusätzliches Wasser musste zugeführt werden, um unter diesen Umständen eine ausreichende Kühlung der Diamantsegmente zu gewährleisten. Erst nachdem die Bohrkrone voll im Eingriff war, konnten die Mitarbeiter des Unternehmens die Bohrgeschwindigkeit auf ein normales Niveau erhöhen und die volle Kraft des 22-KW-Schützeichel- Hydraulikaggregates voll ausnutzen.

Wie erwartet hatten die aufgelöteten schnittfreudigen Diamantsegmente in dem relativ schwach bewehrten Beton des Eiprofils eine gute Schnittgeschwindigkeit, so dass nach ca. 3,5 Stunden Bohrzeit und etwa 1,50 Meter Bohrstrecke die Diamantbohrkrone in der Nähe des Rohrscheitelpunktes in das Innere des horizontal liegenden Betonrohres eintrat. Der sich langsam abzeichnende Bohrkern wurde im Rohrinneren so abgestützt und abgefangen, dass er während des weiteren Bohrfortschrittes fixiert war und weder seitlich kippen noch sich absenken konnte. Diese Maßnahme verhinderte einen zu hohen Kraftverlust durch Reibung des Bohrkerns am Kernrohrinneren und wirkte möglichen Bohrklemmern entgegen. Nach einer weiteren Stunde vorsichtigen Bohrens durchtrennte die Diamantbohrkrone exakt an der vorgesehenen Schnittstelle das letzte Stück Beton, so dass Bohrlochwand und Rohrinnenradius einen stufenlosen Übergang ohne Versatz bildeten. Das anschließende Vermessen des Bohrloches ergab eine lediglich 1,00 cm große Abweichung von der Bohrrichtung bei einer Gesamtbohrlänge von 2,70 m. Der ca. 4 t schwere Bohrkern wurde mit einem bauseitigen Bagger aus dem Bohrloch herausgehoben und anschließend abtransportiert.

Der Geschäftsführer Klaus Schützeichel zeigte sich zufrieden mit der inklusive aller Nebenarbeiten innerhalb von 1,50 Tagen eingebrachten Kernbohrung, bei der die umsichtige und professionelle Arbeitsweise seiner Mitarbeiter letztendlich zum Erfolg führte. Das passgenaue Ergebnis und die termingerechte Ausführung konnten auch den Auftraggeber überzeugen.

Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


Impressum   ·   eMail an info@schuetzeichel.com   ·   design by bitart® - furch & graf GbR   ·   Zuletzt bearbeitet am 10.11.2009



Voriger Artikel Zur Übersicht Nächster Artikel