Allgemeine Bauzeitung; 2013

Wasserrohre DN 2300 eingebaut:

Zylindrische Seilsägeschnitte hergestellt.

Götzenkirchen (ABZ) - Im Pumpwerk Götzenkirchen eines Kohlentagebaus bei Kerpen im Rheinland sollten vier Verbindungsrohre zwischen Pumpenhalle und der Ablauftrompete auf der Druckstollenseite erneuert werden. Hierfür waren die vorhandenen Rohre DN 1600mm aus einer vorhandenen Betonwand mit 1,25 Meter Dicke, kreisrund mit einem Durchmesser DN 2300mm herauszutrennen, um anschließend neue Rohre einbauen zu können.

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Ein Freistemmen der vier Eisenrohre aus der Betonwand war nicht möglich, da diese mit mehreren umlaufenden Stahlkrägen einbetoniert waren, heißt es in einer mitteilung der Hermann Schützeichel GmbH. Alternative war das erschütterungsfreie Heraustrennen mit Diamantwerkzeugen, wobei ein umlaufendes Abbohren mit Perforationskernbohrungen wegen fehlender Paßgenauigkeit ausschied. Die Firma Hermann Schützeichel aus Straßenhaus unterbreitete den Vorschlag, das ca. 2 Meter lange offene Eisenrohr mit einer Zirkelsäge im Seilsägeverfahren von der 1,25 Meter dicken Betonwand zylindrisch abzutrennen. Die Befestigung der Zirkelsäge auf den beidseits der Betonwand zugängigen Rohrenden sollte durch eine eigens für diese Aufgabe hergestellte Sonderkonstruktion ermöglicht werden. Aufgrund dieses Lösungsvorschlages, der zudem die Maßhaltigkeit zum Einbau der neuen Rohre DN 2300 sicherte, erhielt das über lange Jahre in diesem Bereich tätige Bohr- und Sägeunternehmen aus dem Westerwald den Zuschlag für diese anspruchsvollen nicht alltäglich auszuführenden Seilsägearbeiten.

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Nach dem Einbringen der Kernbohrung zum Durchführen des Diamantseils auf der Kreislinie wurden die Antriebseinheit der Zirkelsäge am überstehenden Rohrende auf Pumpenhallenseite und die dazugehörige Umlenkeinheit auf der Druckstollenseite an der vormontierten Befestigungskonstruktion angebracht. Anschließend wurde die komplette Schneidekonstruktion sorgfältig mit 90 Grad zu Wandoberfläche und Rohrachse ausgerichtet, um den Zylinder passgenau herauszutrennen und so die Maßgenauigkeit für das neu einzubauende Rohr DN 2300 mm gewährleisten zu können. Nach dem Befestigen des 12m langen Diamantseils konnte mit dem Überschneiden des alten Rohres begonnen werden. Die erfahrenen Schützeichel-Monteure fanden schnell die für den Beton und die zu durchtrennenden 40mm starken Eisenrohrkragen geeignete Kombination aus Vorschub und Schnittgeschwindigkeit, die das Verlaufen des Diamantseilschnittes minimierte und die Maßhaltigkeit der zylindrischen Durchtrennung sicherte. Zusätzlich zu den Rohrkrägen in der Betonwand mussten auf der Druckstollenseite mehrere überstehende 15cm hohe und 20cm breite Rohrbefestigungen aus massivem Eisen diagonal durchtrennt werden.

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Nach Fertigstellung des ersten kreisrunden Seilsägeschnittes konnte die Beton/Stahlrohrkombination von etwa 8 Tonnen Gewicht mit Teleskoplader und einem großen Kettenzug problemlos aus der Wand gezogen werden, da der herausgetrennte 1,25 Meter lange Betonzylinder nur geringe Abweichungen vom geplanten Solldurchmesser aufwies. In gleicher Weise wurden anschließend drei weitere Rohre von der Firma Hermann Schützeichel herausgetrennt und die Arbeiten plangemäß nach vier Tagen fertiggestellt. "Unsere jahrelange Erfahrung, das sorgfältige Einrichten der Maschinenausrüstung und die geglückte Auswahl der passenden Diamantseile sicherte uns die Maßhaltigkeit beim Schneiden, den problemlosen Ausbau der Betonteile und somit letztendlich den Erfolg an dieser Baustelle, zumal pro Seilsägeschnitt etwa 3500cm² Eisen zusätzlich durchtrennt werden mussten", so der Baustellenleiter des ausführenden Unternehmens, Johannes Schützeichel.

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Die eingesetzten Diamantseile von zwei namhaften Herstellen zeigten bei gleicher Schnittleistung eine völlig unterschiedliche Abnutzung, heißt es weiter. Während das erste Diamantseil nach einem Tag abgenutzt war und eine exakte Standzeit von 0,75m² pro Meter Seil erreichte, zeigte das zweite Seil selbst nach drei Durchtrennungen kaum Verschleiß, jedoch war das eingearbeitete Drahtseil so stark ermüdet, daß es mehrfach zu Seilrissen kam.

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