Sonderdruck aus IDR Industrie Diamanten Rundschau 31; Nr. 4; Dezember 1997

Schonender Balkonabbruch

Die Diamantbohr- und sägetechnik ist heute eine eingeführte Technologie, die vielseitig eingesetzt werden kann. Insbesondere bei der Planung und Durchführung von Umbaumaßnahmen bietet der Einsatz von Diamantwerkzeugen gegenüber den konventionellen Abbaumethoden in vielen Anwendungsfällen die intelligentere und kostengünstigere Lösung eines Abbauproblems.

Über die Vorteile des Einsatzes von Diamantwerkzeugen beim Abbau von Beton und Stahlbeton ist schon vieles gesagt und geschrieben worden. In unserer auf Umweltprobleme äußerst sensibilisierten Umwelt gewinnen jedoch Auflagen in dieser Richtung immer mehr an Bedeutung. Werden solche Aspekte bei der Ausführung eines Abbruchvorhabens in den Vordergrund gestellt und muß darüber hinaus die verbliebene Bausubstanz weitgehend geschont werden, ist die Diamantbohr- und sägetechnik häufig das einzige anwendbare Verfahren.

Balkonabbruch

Ein solches Abbauvorhaben, bei dem hohe Ansprüche an das anzuwendende Verfahren gestellt wurden, war in der Bonner Innenstadt durchzuführen. Kurzfristig sollten die Balkone eines Mehrfamilienhauses abgebrochen und ersetzt werden. Diese Maßnahme war erforderlich, da es durch die Korrosion der Bewehrungsstähle im Beton zur Rißbildung kam, so daß eine Instandsetzung der betroffenen Gebäudeteile mit langfristigem Ergebnis nicht möglich war. Naturgemäß sind Abbruchvorhaben in Wohngebieten mit sehr strengen Auflagen verbunden. Doch nicht nur die Lärmbelästigung und die Staubentwicklung sollten so gering wie möglich gehalten werden, besonders wichtig war darüber hinaus, daß die verbleibende Bausubstanz durch das angewendete Abbruchverfahren nicht geschädigt wird.

Den Auftrag zur Durchführung der Arbeiten erhielt nach Ausschreibung die Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus. Das Konzept sah vor, die neun Balkone mit einer Länge von jeweils 8,5 Metern und einer Breite von 1,45 Metern mit einer Wandsäge abzutrennen, mit einem Kran herauszuheben, zu zerkleinern und abzutransportieren. Die Betondicke betrug in Abhängigkeit von der Belaghöhe des Balkons 14 bis 20 Zentimeter. Das Gesamtgewicht des abzubauenden Betons lag bei etwa 90 Tonnen.

Arbeitsablauf

Vor Beginn der Arbeiten wurden die Balkone durchgehend abgestützt und gesichert (Bild 1). Alle nicht ebenerdig gelegenen Balkone wurden in der Mitte durchgeschnitten, um dem maximalen Transportgewicht des Kranes zu entsprechen.

Zur Durchführung der Trennschnitte kam eine Wandsäge BS1200 des Fabrikats Schützeichel zum Einsatz, das von einem 22 kW Hydraulikaggregat angetrieben wurde. Fenster und Fassade wurden vor Beginn der Arbeiten mit Folie vor Spritzwasser geschützt.

Das Einsatzverhalten der eingesetzten Diamanttrennscheiben war als gut zu bewerten, da die Diamantsegmente auf Bewehrung und Betonzusammensetzung abgestimmt waren.

Zu den Problemen, die man beim Abbau bewältigen mußte, gehörte u. a. der Dachüberstand von 1 Meter, der den Abtransport der Balkone des oberen Geschosses erschwerte. Somit wurden allein für den Abbau der oberen Teile zwei Arbeitstage benötigt. Da anschließend pro Tag ein Balkon komplett entfernt wurde (Bild 2) konnten die Arbeiten nach 10 Tagen termingerecht abgeschlossen werden. Zieht man Bilanz, so ist dieses Projekt ein weiteres Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Diamantwerkzeugen bei Abbruchvorhaben, wo die Anwendung konventioneller Abbruchtechniken, wie z. B. Stemmen, aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht zulässig ist.

Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.

Dipl -Ing. Klaus Schutzeichel Geschaftsführer der Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus


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