Bauwoche, Nr.9, 6 April 2000

Termingenaues Arbeiten war Vorbedingung für Abbruch eines Bremsenprüfstandes

Beton mit Vakumplatte ausgebaut

Termingenaues Arbeiten war zwingende Vorbedingung für den Abbruch eines Bremsenprüfstandes am Ende des Produktionsfließbandes eines Transporterwerks eines deutschen Automobilherstellers im Ruhrgebiet. Außerdem mussten 800 m2 Hallenboden geschnitten, ausgebaut und entsorgt werden.

Aufgrund ihres überzeugenden Konzepts und der langjährigen Erfahrung mit derartigen Arbeiten wurde die Hermann Schützeichel GmbH aus Straßenhaus mit den Arbeiten beauftragt.

Im ersten Teilabschnitt wurde die Bodenfläche mit drei Elektrofugenschneidern von 30 bzw. 22 kW Leistung in 2-t-Blöcke geschnitten. Wenn die Fließbänder am Wochenende stillstanden, wurden zusätzlich zwei 50-kW-Dieselfugenschneider eingesetzt. Die Betondicke schwankte zwischen 25 und 55cm, wobei die mittlere Schnitttiefe etwa 33‘cm betrug. Ursprünglich wollte die Schützeichelmannschaft die Betonteile mit einer selbstentwickelten Vakuumplatte ausbauen. Während des Ausbaus stellte sich jedoch heraus, dass der 20 Jahre alte Hallenboden zweischichtig war und die 650 t Beton nicht in einem Zug komplett ausgebaut werden konnten. Daher wurde die obere Schicht wie geplant rationell mit der neuen Vakuumplatte weggehoben. Der Unterbeton wurde anschließend mit einem Radlader entfernt. Da der normale Produktionsbetrieb während der Arbeiten weiterlief, konnte nur ein Radlader mit modernster Abgastechnik, das heißt mit Rußfilter und Katalysator, eingesetzt werden. Erschwerend kam bei den Arbeiten hinzu, dass am Unterbeton noch alte Kabelkanäle und Einzelfundamentteile anhafteten. Insgesamt waren acht Tage für die Entfernung des Hallenbodens erforderlich. Da der Verschleiß der Diamantwerkzeuge anfangs wegen der Abrasivität des Hallenbetons sehr hoch war, wurden die Diamanttrennscheiben umgelötet, so dass die Standzeit bei hoher Schnittleistung letztendlich etwa 15 m betrug. Technisch anspruchsvoll war der folgende Abbruch des Bremsenprüfstandes. Von der etwa 14 m langen und 3 m breiten Arbeitsgrube mit einer Seitenwandhöhe von 2,2 m sollten zuerst die Seitenwände, dann die angrenzenden Hallenbodenflächen und schließlich der Grubenboden abgebrochen werden. Nach dem Einbringen der Eckenbohrungen wurden zuerst die bis zu 50 cm starken Seitenwände durch vertikale Schnitte in einzelne, 1,2 t schwere Segmente geteilt und anschließend die Horizontalschnitte ausgeführt. Eingesetzt wurden in Tag- und Nachtschicht gleichzeitig drei Schützeichel-Wandsägen WS 2000 mit Antriebsleistungen von 18,5 und 22 kW. Die Tatsache, dass der Bremsenprüfstand nur von einer Stirnseite aus zugänglich war, erwies sich beim Abtransport der Betonteile als besonderes Problem. Die Firma Schützeichel löste es durch die Fertigung eines Portalkrans, der dann die 60 t Beton aufnahm und zur Grubenstirnseite transportierte. Beim Abbruch der schmalen umlaufenden Hallenbodenfläche mussten zuerst die zur Grube weisenden kurzen Schnitte mit der Wandsäge ausgeführt werden, um ein Abrutschen der geschnittenen Betonteile zu vermeiden und so das Unfallrisiko im Arbeitsbereich zu minimieren. Nach dem Schneiden der Längsseiten wurden die Betonplatten mit dem Portalkran auf der Stirnseite zum Weitertransport abgelagert. Der noch ausstehende Abbruch des Grubenbodens stellte keine besonderen Anforderungen mehr, und so konnten die Arbeiten termingerecht beendet werden.

Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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