Allgemeine Bauzeitung vom 7. Mai 2004

Von erster Etage eines Mehrzweckgebäudes

Gesamte Deckenoberfläche als Wasserauffangwanne ausgebildet

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WISSEN (ABZ). - Am fünfstöckigen Mehrzweckgebäude der Verbandsgemeinde Wissen sollten aufgrund statischer Mängel vier Stockwerke abgebrochen und das Gebäude einer anderen Nutzung zugeführt werden. Da im unteren Stockwerk der Bankbetrieb weiterlaufen sollte und auch der schlechte Zustand der Bausubstanz einen konventionellen Abbruch nicht zuliess, sollte der Abbruch im Sägeverfahren erfolgen.

Die Firma Schützeichel aus Strassenhaus im Westerwald erhielt aufgrund ihres Konzeptes und ihrer langjährigen Erfahrung den Auftrag.

Der circa 18 x 10 m grosse, verglaste Betonskelettbau sollte Etage für Etage sukzessive von oben nach unten abgebrochen werden. Die Facharbeiter des Unternehmens begannen mit dem Zersägen des Aufzugsmaschinenraumes auf dem Dach des Gebäudes.

Parallel wurden die 135 m² Betondecke der Dachfläche geschnitten. Der Einsatz von Fugenschneidern schied wegen starker Deckenunebenheiten und der kurzen Schnittlängen aus. Es kamen zwei, zeitweise drei Schützeichel-Wandsägen zum Einsatz, die mit 22- bzw. 30-kW-Antrieb ein rationelles Arbeiten ermöglichten. Systematisch ging der Abbruch Bild 4 mit dem Entfernen der 55 m als Ringanker ausgebildeten Stahlbetonunterzüge weiter, die jedoch wegen ihrer Dicke mit der Diamantseilsäge geschnitten werden mussten. Die bis zu 4 t schweren Betonteile wurden während des Schneidens mit dem Baustellenkran gesichert, nach dem Schneiden sofort abgehoben und neben dem Gebäude für den Abtransport zwischengelagert.

Mit Routine absolvierten die Schützeichel-Monteure Tag für Tag ihr Programm, und nach dem Abtrennen von 12 Unterzügen und 15 Stahlbetonstützen war die nächste Etage an der Reihe.

Da in der unteren Etage der Bankbetrieb weitergehen musste, waren hohe Anforderungen bei der Wasserhaltung notwendig. So wurde die gesamte Deckenoberfläche der 1. Etage als Wasserauffangwanne ausgebildet, um einen Eintritt von Schneidwasser ins Erdgeschoss zu verhindern.

Für den Abbruch der 150 mē Deckenfläche pro Etage zuzüglich 40 mē Fläche Verbindungsgang zum benachbarten Rathaus waren jeweils eineinhalb Wochen eingeplant. Diesen vorgegebenen Zeitrahmen konnte das ausführende Abbruchunternehmen einhalten und die Arbeiten nach knapp 7 Wochen beenden. Insgesamt wurden in dieser Zeit über 600 Tonnen Beton abgebrochen und entsorgt.

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Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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