Allgemeine Bauzeitung vom 7. November 2003

Im zweiten Versuch

Zur Schallbrückenbeseitigung Reihenhaus durchtrennt

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VAIHINGEN (ABZ). - Das Reihenhaus in Vaihingen/Enz sollte für Familie Stirner 1998 ihr neues Zuhause werden. Der Traum vom Wohnen in den eigenen vier Wänden wurde jedoch schnell zum Alptraum. "Wenn die Nachbarstochter die Treppe herunterläuft, denke ich, meine eigenen Kinder poltern die Treppe herunter", erzählt der 41-jährige Familienvater. Eine bestehende Schallbrücke zwischen den einzelnen Gebäudeteilen des Reihenhauses war als Ursache für die Geräuschkulisse schnell nachgewiesen und sollte beseitigt werden.

Nach einem ersten erfolglosen Versuch wurde die Firma Hermann Schützeichel aus Straßenhaus/Westerwald beauftragt. Das Unternehmen ist unter anderem seit Jahren auch auf die Beseitigung von Schallbrücken in Reihenhäusern spezialisiert und nahm diese Herausforderung an. Beim Verfahren der Firma wird eine über 25 mm breite Fuge geschnitten und geräumt. Das hierbei horizontal verlaufende Diamantseil schneidet im Trockenverfahren komplett von oben nach unten durch das gesamte Gebäude. Während des Schneidevorgangs werden die auf Schienen befestigten Antriebseinheiten beidseits des Gebäudes gleichmässig nach unten gefahren.

Nach Aussage des Unternehmens ist bei 25 mm Fugenbreite die Sicherheit der Schallbrückenbeseitigung gegeben. Da der zum Schneiden notwendige Anpressdruck des Diamantseils an das zu schneidende Material wegen der vielen Hohlräume bei einer Gebäudetrennung fehlt, erklärt Klaus Schützeichel, entwickelte er die besondere Anordnung des Diamantseils und des Antriebs mit seinen Führungsrollen, um Bild 2 Seilklemmer oder Seilrisse zu vermeiden und den Erfolg eines Gebäudetrennschnittes zu gewährleisten. Demgegenüber habe ein 10mm-Diamantseil keinen Ausräumeffekt und beim Schneiden sei die Gefahr gegeben, dass das zerschliffene Material in der schmalen Fuge durch Feuchtigkeit wieder koaguliere und sich später verfestige. Die Gefahr einer erneuten Schallbrücke sei nicht auszuschliessen.

Vor Ort bestimme letztlich die Art des zu trennenden Materials den Sägefortschritt. Am preiswertesten sie eine Schallbrückenbeseitigung, wenn eine bestehende Gebäudetrennfuge lediglich auszuräumen oder zu erweitern sei. Durchgehende Betondecken und mit Beton flächig zugelaufende Trennfugen bedeuten einen wesentlich höheren Verschleiss an Diamantseil sowie mehr Zeitaufwand und somit auch höhere Kosten.

Zuerst befestigten die Monteure an dem Reihenhaus in Vaihingen/Enz mit dem firmeneigenen LKW-Kran metallene Hilfskonstruktionen auf Vorder- und Rückseite des zweistöckigen unterkellerten Gebäudes und richteten diese parallel zur vertikalen Schnittrichtung aus. "Gerade das aufwendige sorgfältige Befestigen und exakte Ausrichten der Sägeausrüstung sind die Grundlage für das Gelingen einer Häusertrennung", erklärt einer der Monteure. Nach zwei Tagen Einrichten konnte mit dem eigentlichen Durchtrennen der kompletten Wandfläche von circa 85 mē begonnen werden.

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Nach dem Ausräumen der Fuge im Giebelbereich wurde der Bereich der ersten Decke durchtrennt, da nach Aussage des Hausherrn der vorherige Versuch scheiterte. Umsichtig und mit äußerster Vorsicht lassen die Schützeichel-Monteure in diesem Bereich ihr Diamantseil laufen. Ein Seilriss muss unter allen Umständen vermieden werden. Kühle Routine und viel Gefühl führen an dieser kritischen Stelle zum Erfolg.

In den darunterliegenden Wandbereichen des Ober- und Erdgeschosses wurden mit dem breiten Diamantseil vorhandene Mörtelreste, Isolier- und Fremdmaterialien ausgeräumt und die vorhandene Fuge auf 25 mm Breite erweitert. Im Bereich der beiden weiteren vorhandenen Betondecken im Erd- und Obergeschoss war teilweise Beton zu durchtrennen. Der Sägeschnitt wurde schließlich bis unterhalb der Kellerdecke geführt, um auch hier Schallbrücken zu beseitigen.

Nach einer Woche konnte die Baustelle erfolgreich abgeschlossen werden. Sowohl der Hausherr als auch der Geschäftsführer der ausführenden Firma, Klaus Schützeichel, zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden und hoffen auf ruhigere Zeiten bei Familie Stirner.

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Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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