Allgemeine Bauzeitung; Freitag, 12. April 2002

Herkömmlicher Abriss schied aus

43 Meter lange Brückenplatte komplett zersägt

Bild 1

STRASSENHAUS (ABZ). - Die alte fast 45 m lange und 9,50 m breite Straßenbrücke über den Datteln-Hamm-Kanal bei Waltrop in Nordrhein-Westfalen musste abgebrochen werden, weil die Konstruktion des Stahlunterbaus den statischen Erfordernissen nicht mehr gerecht wurde. Aus diesem Grund schied auch ein herkömmlicher Abriss aus und die aufliegende Brückenplatte mit ihren Kragplatten sollte im Rahmen der Abbruchmaßnahme komplett zersägt werden.

Das auf solche Projekte spezialisierte Unternehmen Hermann Schützeichel aus Straßenhaus/Westerwald bekam aufgrund Ihres Abbruchkonzeptes und der Erfahrung beim Abbruch solcher Objekte den Zuschlag. Erschwerend kam bei dieser Abbruchmaßnahme ein enger zeitlicher Rahmen für die Ausführung hinzu, da der Schiffsverkehr nur kurzzeitig gesperrt werden konnte.

Bild 2

Nach dem vorbereitenden Herstellen der Eckkernbohrungen und der notwendigen Bohrungen für die Aufhängelöcher wurden an den Kragplatten zehn jeweils 2,70 und 1,50 m lange Querschnitte mit der Wandsäge durchgeführt. Während der nun folgenden Ausführung der in Längsrichtung verlaufenden Trennschnitte wurden die Betonteile mit einem 160-t-Autokran auf Spannung gehalten. Die insgesamt zehn Kragplattenteile zu je 20 t wurden innerhalb von zwei Tagen komplett zersägt und abgehoben.

Anschließend zersägten die Monteure des Fachunternehmens die 43 Meter lange Brückenplatte mit Querschnitten in sechs Teile. Auf den beiden von Brückenkopf zu Brückenkopf verlaufenden 50 cm breiten Stahlträgern wurden exakt ebenso breite Betonstreifen durch zusätzliche Längsschnitte von der Brückenplatte abgetrennt und versteiften so die Stahlkonstruktion der Brücke.

Neben zahlreichen Längseisen erschwerten insgesamt 572 quer verlaufende Spannglieder aus jeweils 5x8 mm Spannstählen das Tempo der Schneidearbeiten. Wie geplant wurde der hierdurch verursachte, aber bereits einkalkulierte Zeitverlust durch den parallelen Einsatz von vier Wandsägen kompensiert, um so die Schneidearbeiten rechtzeitig bis zum Bild 3 Eintreffen der beiden 200-t-Autokrane abschließen zu können. Nach dem Positionieren der beiden Kräne auf den gegenüberliegenden Brückenköpfen wurden jeweils 2 Betonteile im Bereich der Brückenmitte zur gleichen Zeit abgehoben, um eine einseitige Be- oder Entlastung der unterseitigen Stahlkonstruktion zu vermeiden. Das Zertrennen der kompletten Brückenplatte in sechs Teile inklusive dem Abheben der etwa 30 t schweren Betonteile wurde in einer Tagschicht ausgeführt.

Die Auftraggeber zeigten sich dem ausführenden Unternehmen zufolge zufrieden, da die Abbrucharbeiten mit dem anschließenden Wegheben der beiden Brücken-Stahlkonstruktionen termingerecht beendet wurden und der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden konnte.

Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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