Die Bauwoche; Sonderdruck aus BW 4/98; Donnerstag, 22. Januar 1998

Schneidwasser sicher abgefangen

Spezialabbruch zweier Shed-Dächer mit diamantbesetzten Wandsägen

Straßenhaus. Obwohl die Diamantsägetechnologie inzwischen zu den Standardverfahren im Baubereich zählt und weitläufig eingesetzt wird, sind jedoch für Spezialabbruchprojekte Erfahrung und Know-how unverzichtbare Voraussetzungen. Insbesondere örtliche Gegebenheiten, enge zeitliche Vorgaben und eine kontrollierte Wasserhaltung sind dabei Anforderungen, die anwendungsorientierte Lösungen erforderlich machen. So mußten im Zuge der Sanierung des Gymnasiums in Wissen, Westerwald, auch zwei Shed-Dächer aus Stahlbeton wegen Undichtigkeiten komplett abgebrochen werden. Die Arbeiten konnten nur innerhalb der Sommerferien durchgeführt werden und mußten innerhalb von maximal vier Wochen abgeschlossen sein. Das längste der abzubrechenden Shed-Dächer wies eine Gesamtlänge von insgesamt 24 Metern auf, wobei die Dachöffnungen 20 Meter lang und 5,5 Meter breit waren. Der Abbruch eines kleineren Daches der Abmessungen (L x B) 7,1 x 5,5 Meter gehörte ebenfalls zum Arbeitsumfang.

Geplant war, beide Dächer mit diamantbesetzten Wandsägen in mehreren Schritten in etwa 1,4 bis 1,8 Tonnen schwere Teile zu zerlegen und jeweils mit einem Kran abzutransportieren. Die Schwierigkeit bei diesem Projekt lag in der Wasserhaltung, da sich direkt unter den Dächern die Schulbibliothek sowie die Unterrichtsräume für Chemie und Physik befanden. Somit mußte unter allen Umständen sichergestellt werden, daß sowohl Schneidwasser, als auch durch bereits entfernte Dachelemente eintretendes Regenwasser zuverlässig aufgefangen und abgeleitet wird. Ein Unterfangen des Daches wäre wegen der zu erwartenden Niederschlagsmengen nicht möglich gewesen.

Vorbereitend wurden an den Wandflächen der unter dem Dach liegenden Räume Spezialplanen der Abmessungen 24 x 5 Meter befestigt, die mit einem Verschluß zum Wasserablauf versehen waren. Somit konnte das anfallende Schneidwasser und eventuell eintretende Niederschlagsmengen aufgenommen und abgeleitet werden. Vor den Schneidarbeiten wurden 1,5 x 1,8 Meter breite Stahlrahmen zum Abtransport der zu trennenden Betonteile hergestellt, angedübelt und während des Schneidvorganges vom Kran gehalten. Zum Heraustrennen der Betonelemente kamen jeweils immer zwei Wandsägen des Fabrikats WS 1200 gleichzeitig zum Einsatz. Zur Anwendung kamen je nach Betondicke diamantbesetzte Sägeblätter der Durchmesser 800 bis 1200 mm des Fabrikats Winter.

Nachdem die Flächen bis zu dem mittig verlaufenden Längsträger herausgeschnitten waren, mußten die Unterzüge mit den Längsträgern abgebaut werden. Abgeschlossen wurden die Arbeiten durch das Entfernen des vordersten Teils des Shed-Daches und das Absägen der Seitenteile. Insgesamt konnten trotz des engen zeitlichen Rahmens insgesamt 80 Tonnen schwer bewehrter Beton termingerecht abgebrochen werden. Die Standzeit der eingesetzten Diamantwerkzeuge betrug 16,5 m².


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