Allgemeine Bauzeitung vom 29. September 2004

Trennungsschnitt auf Brücke

Benin-Auftrag erregte einiges Aufsehen

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COTONOU/BENIN (ABZ). - Kurz nach Fertigstellung der neuen vierspurigen Betonbrücke über eine Lagune im Stadtgegebiet von Cotonou im westafrikanischen Benin traten aufgrund der klimatischen Verhältnisse starke Spannungen im vorhandenen Fahrbahnteiler aus Beton auf. Die im Tagesverlauf auftretenden hohen Temperaturunterschiede ließen die komplette Brückenkonstruktion so stark arbeiten, dass bereits Abplatzungen an verschiedenen Stellen des Fahrbahnteilers entstanden waren. Es wurden Betonrisse befürchtet, die das komplette Brückenbauwerk in Mitleidenschaft hätten ziehen können.

Schnelle Abhilfe sollten deshalb Trennungsschnitte in dem zwischen beiden Fahrbahnen verlaufenden etwa 1,10 Meter hohen und am Fuss etwa 85 cm breiten Betonabweiser bringen.

Das Fachunternehmen Hermann Schützeichel aus Straßenhaus im Westerwald erhielt den Zuschlag für diese Arbeiten. Das zur Ausführung von Wandsägeschnitten mit 1,10 Meter Schnitttiefe notwendige Equipment gehört in diesem Unternehmen zur Standardausrüstung und konnte wie vom Auftraggeber gefordert kurzfristig per Flugzeug auf den Weg nach Cotonou gebracht werden.

Für die Ausführung der Trennungsschnitte wurde eine kurze Sägeschiene quer auf dem Betonabweiser befestigt und anschließend ein Wandsägeschnitt von oben bis auf den in Fahrbahnhöhe befindlichen Fuss eingebracht. Hierbei wurden auch die eingegossenen längs verlaufenden Bewehrungseisen komplett mit durchtrennt. Insgesamt stellte das Unternehmen 64 vertikale Trennschnitte in einem Abstand von etwa 4 Meter her.

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Um ein Einklemmen der Wandsägeblätter durch sich ausdehnenden Beton zu verhindern, begann man die Sägearbeiten erst nachmittags bei wieder sinkenden Temperaturen und nachlassender Ausdehnung und führte sie bis in die Nacht weiter. Für alle Fälle hatte man einen zusätzlichen kompletten Satz Wandsägeblätter als Ersatz mitgenommen, um im Notfall darauf zurückgreifen zu können und einen möglichen Abbruch der Arbeiten beim Verklemmen eines Blattes oder bei einem Blattverlust zu verhindern.

Der Einsatz des Diamantsägeblattes mit 2,50 Meter Durchmesser erregte vor Ort einiges Auf-sehen, und der aus Europa angereiste Monteur des Schneideunternehmens musste nicht nur der lokalen Presse, sondern auch dem vor Ort erschienenen Ministerstab in mehreren Interviews Rede und Antwort stehen. Das Ausführen der Schneidearbeiten selbst war für ihn Routinearbeit, und so konnten die Arbeiten innerhalb des vorgegebenen Zeitraums von 2 Wochen fertig gestellt werden.

Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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