Allgemeine Bauzeitung; Freitag, 23. Mai 2003

Bahnbetrieb lief weiter

Brückenkonstruktion erschütterungsfrei abgebrochen

NIEDERERBACH (ABZ).- An der aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stammenden 45 Meter langen über eine Eisenbahnstrecke führenden Straßenbrücke bei Niedererbach/ Westerwald sollten die in den 60er Jahren aufbetonierte Fahrbahnplatte und die beidseitigen Brückenkappen im Rahmen einer Sanierungsmaßnahme komplett entfernt werden.

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Um Beschädigungen des empfindlichen Bruchsteinmauerwerks und -gewölbes zu vermeiden, wurde ein erschütterungsfreier Abbruch notwendig.

Das auf solche Projekte spezialisierte Unternehmen Hermann Schützeichel GmbH aus Straßenhaus/ Westerwald bekam aufgrund ihres Abbruchkonzeptes und ihrer Erfahrung beim Abbruch solcher Objekte den Zuschlag.

Nach dem Entfernen der Geländer und der Absicherung des kompletten Brückenbereichs trennten die Monteure des Unternehmens die beidseitigen Brückenkappen mit zwei Wandsägen in insgesamt 30, jeweils 3 Meter lange transportfähige Betonteile. Die Schnitttiefe betrug etwa 70cm, wobei Trennscheiben mit bis zu 2000 mm Durchmesser zum Einsatz kamen.

Die Brückenkappen waren durch querliegende Bewehrungseisen mit 30 mm Durchmesser miteinander verspannt, die vor dem Wegheben der geschnittenen Betonteile freigestemmt und durchtrennt werden mussten.

Um das labile Bruchsteinmauerwerk und Brückengewölbe nicht zu gefährden, sicherten die Monteure des Unternehmens die Betonteile während des Schneidevorgangs mit größtmöglicher Sorgfalt durch einen firmeneigenen LKW-Kran.

Das Verrutschen beziehungsweise der Absturz eines der zu schneidenden Betonteils hätte die Bruchsteinkonstruktion und somit das komplette Brückenbauwerk in Mitleidenschaft gezogen. Die Betonteile wurden dann mit dem LKW-Kran abgehoben.

Im Anschluß daran sollte die komplette aufbetonierte Fahrbahnplatte 45,00 x 3,90 x 0,35 m an Ort und Stelle zerstemmt und als Bauschutt abtransportiert und entsorgt werden.

Jedoch verhinderte die bereits beim Entfernen der beiden Brückenkappen festgestellte Brüchigkeit des verwitterten Bruchsteingemäuers diese Vorgehensweise. Wegen der hohen Instabilität des Bruchsteingewölbes konnte die Fahrbahnplatte nur erschütterungsfrei mit Diamantwerkzeugen abgebrochen werden. So wurde die komplette Betonplatte in 40 Betonteile zerschnitten, angedübelt und mit dem LKW-Kran weggehoben, wobei eine äußerst umsichtige Arbeitsweise Voraussetzung für den Erhalt der alten Bausubstanz war. Die etwa 3 t schweren geschnittenen Betonplatten wurden anschließend mit einem Stapler für den Abtransport im Bereich der Brückenköpfe abgelegt.

Die gesamten Arbeiten wurden nach fünf Tage termingerecht beendet, wobei während der ganzen Zeit der planmäßige Bahnbetrieb voll gewährleistet war.

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Bildnachweis: Hermann Schützeichel GmbH, Straßenhaus.


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