Allgemeine Bauzeitung; Nr 29; Seite 11; 23 Juli 1999

Etagenweise zersägt

Abbruch eines Stahlbetonskelettbaus ohne Beeinträchtigung der umgebenden Gebäude

ETAGENWEISE ZERSÄGT wurde ein großes Gebäude von der Hermann Schützeichel GmbH auf einem Raffineriegelände in Herne. Da die umliegenden Produktionseinrichtungen für die Treibstofferstellung ein Sprengen des Gebäudes nicht zuließen, wurde es Stück für Stück mit Diamantwerkzeugen im Seil- und Wandsägeverfahren zerlegt. Die Einzelteile wurden dann von einem Autokran aus dem Hausskelett gehoben. Die größten Teile waren Kranbahnschienen, die in drei Teile geschnitten and abtransportiert wurden.

HERNE (ABZ). - Im Spezialabbruch von Bauwerken aus Beton sind Know-how, ein überzeugendes Konzept und termingerechte Ausführung von entscheidender Bedeutung. Kompetenz und langjährige Erfahrungen der Hermann Schützeichel GmbH auf diesem Gebiet sind zur Zeit in Herne gefragt, wo ein Stahlbetonskelettbau ohne Beeinträchtigung der umgebenden Gebäude und des freiliegenden Rohrleitungssystems komplett abgebrochen werden muß.

Das Gebäude wurde Stück für Stück zersägt und die Teile per Kran abtransportiert. Die umliegenden Gebäude mußten geschützt werden. (Foto: Schützeichel)

In unserer auf Umweltprobleme äußerst sensibilisierten Umwelt gewinnen Auflagen in dieser Richtung immer mehr an Bedeutung, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma Schützeichel. Werden solche Aspekte bei der Ausführung eines Abbruchvorhabens in den Vordergrund gestellt und muß darüber hinaus die umgebende Bausubstanz weitgehend geschont werden, ist die Diamantbohr- und -sägetechnik häufig das einzige anwendbare Verfahren. Für solche Abbruchprojekte sind Erfahrung und Know-how unverzichtbare Voraussetzungen. Insbesondere örtliche Gegebenheiten, enge zeitliche Vorgaben und eine kontrollierte Wasserhaltung sind dabei Anforderungen, die anwendungs- orientierte Lösungen erforderlich machen.

Dies zeigt sich auch beim Abbruch dieses ehemals für die Alkoholsynthese genutzten Gebäudes in Herne. Bei dem abzubrechenden Gebäude auf dem zum DEA- Konzern gehörenden Raffineriegeländes, handelt es sich um einen Stahlbetonskelettbau mit einer Grundfläche von 11 x 13 m, bestehend aus Stützen, Querriegeln, Kranbahnkonsolen, aussteifenden Wänden sowie eingebauten Zwischenbühnen. Abzubrechen ist das 30 m hohe Bauwerk bis auf eine Höhe von 9 m. Aufgrund der noch zur Treibstoffherstellung genutzten Nachbargebäude und der zum Teil durch den Stahlbetonskelettbau gelegten Rohrleitungssysteme kam ein herkömmliches Sprengen und Abbrechen des Gebäudes nicht in Betracht, so daß der Abbruch mit Diamantwerkzeugen im Seil- und Wandsägeverfahren die einzige Alternative darstellte.

Das technisch schwierige Abbruchkonzept sah vor, das Gebäude schrittweise von oben abzubrechen. Zur Stabilisierung des Bauwerks wurden zuerst zwei Stahlträgerkonstruktionen bei 18 und 9 m Höhe in das Gebäude eingesetzt. Die Ausführung der Bohr- und Sägearbeiten erfolgt unter Zugabe von ca. 400l Wasser/h zur Kühlung und Spülung der Diamantwerkzeuge.

Nachdem die jeweils sechs Wand- und Deckenteile in 31 m Höhe mit der Seilsäge abgetrennt worden waren, mußten zunächst die zwischen den Querträgern liegenden acht Riegel herausgeschnitten werden. Zum Heraustrennen dieser 1,6 x 0,8 m breiten und jeweils 3 m langen Betonelemente kam eine Schützeichel-Wandsäge des Fabrikats WS 2200 zum Einsatz, das von einem 22-kW- Hydraulikaggregat angetrieben wurde. Abgeschlossen wurde der Abbruch des Deckenbereiches mit dem Entfernen der fünf das Gebäude überspannenden Querträger. Nachdem die acht Deckenstützen herausgeschnitten worden waren, traf man auf die erste, sich in 27 m Höhe befindende Zwischendecke mit den integrierten Kranbahnschienen. Diese Betonelemente wurden mit der Wandsäge in drei Teile mit einem Gewicht von jeweils 13 t aufgeteilt und abtransportiert. Weitere Stützen und Querelemente wurden in ähnlicher Weise aus dem Gebäudeverbund herausgelöst. Die Abbruchmaßnahme in Herne dauert zur Zeit noch an. Als Fazit bleibt festzustellen, daß der bisherige Arbeitsfortschritt die Auftraggeber völlig zufriedenstellt, so daß der Auftrag mit aller Wahrscheinlichkeit, innerhalb der geplanten 2O bis 22 Arbeitstage ausgeführt werden kann.


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